Air Berlin ist insolvent. Was heißt das für die Arbeitnehmer?

Der Insolvenzverwalter besitzt keine besondere Kündigungsbefugnis. Auch die vom Insolvenzverwalter ausgesprochene Kündigung muss sozial gerechtfertigt sein.

 

Die Arbeitnehmer genießen auch in der Insolvenz den Kündigungsschutz, nach dem Kündigungsschutzgesetz oder dem Sonderkündigungsschutz schwerbehinderter Menschen.

 

Es gibt allerdings auch Besonderheiten:

 

Der Insolvenzverwalter muss nach § 113  InsO eine Kündigungsfrist von maximal drei Monaten beachten. Auch ein befristeter Arbeitsvertrag, der eigentlich nicht vorzeitig gekündigt werden könnte, kam durch einen Insolvenzverwalter mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden.

 

Der Kündigungsschutz kann uneingeschränkt werden, wenn der Insolvenzverwalter mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich mit Namensliste vereinbart.

 

Arbeitnehmer sollten sich unverzüglich nach Erhalt der Kündigung beraten lassen.

 

Wollen Sie verhindern, dass die Kündigung Ihr Arbeitsverhältnis beendet, müssen Sie innerhalb von drei Wochen Klage beim zuständigen Arbeitsgericht erheben.